Bus frei in der Eisenbahnstraße

Im Sommer hat die Stadt Münster eine eigene Busspur vom Ludgeriplatz bis zum Landeshaus eingerichtet. Busse sind seither, mit Ausnahme des Ludgerikreisels, von der Weseler Straße bis zur Fürstenbergstraße auf eigenen Wegen unterwegs. Dadurch verkürzen sich die Fahrzeiten und der Fahrplan wird verlässlicher. Für weitere Erkenntnisse wird der Versuch um einige Wochen ausgedehnt – denn so kann das verkehrsintensive Jahresende in die Ergebnisse einfließen.

Der Busverkehr ist Teil der drei Verkehrsversuche, die vom 1. August bis zum 24. September in Münster stattgefunden haben. Dabei wurden verschiedene Konzepte und Ideen auf Zeit in der Praxis ausprobiert.

Während die Stadt die Verkehrsversuche Hörster Straße und Neubrückentor planmäßig beendet hat, geht der Versuch Eisenbahnstraße in die Verlängerung bis mindestens Ende 2021/Anfang 2022. Der Grund: Die Stadt ist damit in der Lage, die Vorweihnachtszeit und die Phase am Jahresende, in der sehr viele Menschen motorisiert in der Stadt unterwegs sind, in ihren Auswertungen zu berücksichtigen.

Was passiert beim Verkehrsversuch Eisenbahnstraße? Die zentrale Frage ist hier: Was wäre, wenn der Bus eine eigene Spur bekäme? Genau darum geht es zwischen Ludgeriplatz und Landeshaus. Während des Testzeitraums wird seit August genau beobachtet: Wie verändert sich der Verkehr? Kann der Fahrplan tatsächlich besser eingehalten werden? Gibt es Staus an anderen Stellen? Wird der Verkehr sicherer?

Wie bei allen Verkehrsversuchen ist die Einschätzung der Münsteranerinnen und Münsteraner, die die Strecke nutzen, enorm wichtig: Was denken die Menschen, die den Bus nutzen, über das Projekt? Welche Erfahrungen machen die Menschen, die nicht im Bus sitzen, sondern zum Beispiel Auto oder Rad fahren bzw. zu Fuß gehen? Die Stadt wertet die Ergebnisse aus und sollten diese positiv sein, dann könnte aus aus einem temporären Probelauf eine dauerhafte Lösung werden.

Weil die freie Fahrt für Busse als Test ausgelegt ist, waren zunächst einmal nur kleine Veränderungen nötig. Durch entsprechende Fahrbahnmarkierungen wurden die bereits vorhandenen Busspuren um ungefähr die gleiche Strecke verlängert. So ist eine fast durchgehende Spur für den öffentlichen Nahverkehr entstanden.

Die Stärkung des Nahverkehrsnetzes am zentralen Knotenpunkt Hauptbahnhof verbessert das Angebot und leistet so einen Beitrag für eine autoärmere Innenstadt.

Die Busspur auf Probe ist auch Teil des Busbeschleunigungsprogramms der Stadt Münster. Damit dieses Wirkung zeigen kann, möchte die Stadt Münster den ÖPNV zunächst auf wichtigen Straßen ins Zentrum stärken – denn diese werden verstärkt von Pendlerinnen und Pendlern genutzt.. So soll in Zukunft beispielsweise auf der Weseler Straße der öffentliche Nahverkehr bevorzugt werden – durch den Ausbau von eigenen Spuren und veränderte Ampelschaltungen. Der Bus punktet damit als staufreie Alternative zum Auto.

  • Foto: Ralf Emmerich

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