Neues versucht und Erkenntnisse gewonnen

Die drei Verkehrsversuche aus dem Sommer 2021 sind ausgewertet und haben Münster schlauer gemacht. Als Instrument sind die Experimente ein Gewinn für weitere Planungen.

Foto: Stadt Münster

Münster hat im vergangenen Sommer in drei Verkehrsversuchen ausprobiert, wie sich Mobilität in der Stadt verändern lässt, so dass sich die Menschen noch sicherer, komfortabler und schneller bewegen können.

Während der Testphasen gab es eine Vielzahl von Erhebungen, Messungen und Zählungen, die anschließend bewertet wurden. Außerdem hat sich die Bevölkerung rege an Umfragen beteiligt und sich zu Wort gemeldet. Die Auswertung aller Daten und Reaktionen ist nun abgeschlossen. Und sie zeigt, dass sich die Experimente gelohnt haben. Es gibt viele unterschiedliche Erkenntnisse, die nun eine Grundlage für die weiteren Planungen liefern.

Foto: Stadt Münster

Am Neubrückentor hatten Radfahrende auf der Promenade für ein paar Wochen im Sommer Vorfahrt. Dieser Versuch hat viele viele Erkenntnisse zu typischen Verhaltensweisen und Konfliktsituationen zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden geliefert, die sich auch gut auf die anderen Kreuzungen entlang der Promenade übertragen lassen. Es wurde auch klar, dass die Belange des Fußverkehrs und von mobilitätseingeschränkten Personen bei Planungen an der Promenade stärker eingebunden werden müssen.

Die Hörsterstraße war für einige Sommerwochen autofrei. Anstelle von Parkplätzen gab es Stadtmobiliar und Grünpflanzen. Und Radfahrende durften die Einbahnstraße in beide Richtungen befahren, was sie ausgiebig genutzt haben. Das Experiment hat erlebbar gemacht, wie solche Veränderungen die Qualität im Fuß- und Radverkehr steigern können. Dafür gab es viel positives Feedback aus der Bürgerschaft.

Foto: Stadt Münster

Auch der Bussonderstreifen am Hauptbahnhof hat bei den Verkehrsversuchen gepunktet. Die Busse konnten auf dieser Strecke ihre Fahrzeiten reduzieren und ihren Fahrplan zuverlässiger bedienen. Der Versuch hat gezeigt, dass sich der ÖPNV auch in einer hochkomplexen Verkehrssituation beschleunigen lässt.

Abschließend stellt der Bericht fest, dass Verkehrsversuche sich als neues Instrument im „Werkzeugkasten“ der Münsteraner Verkehrsplanung bewährt haben, um die Vor- und Nachteile einer Planung probehalber für alle erfahr- und erlebbar zu machen.

Foto: Stadt Münster

Aus allen drei Versuchen konnten Perspektiven für die zukünftige Gestaltung der Versuchsräume abgeleitet werden – sei es zur Verstetigung oder zu Weiterentwicklung der Planungsideen – oder auch zur Erarbeitung neuer Ansätze.

Die ersten Umsetzungsschritte werden bereits gegangen: Die Busspur am Hauptbahnhof soll beibehalten werden. Für die Neugestaltung der Hörsterstraße wird gerade ein Verfahren vorbereitet, um die Buslinien 6, 8 und N82 dauerhaft aus der Straße herauszunehmen.

Der Platz am Bült wurde bereits als temporärer neuer Stadtplatz erhalten – ohne Parkplätze. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Versuch am Neubrückentor wird die Verwaltung weitere Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation an den Promenadenquerungen prüfen.

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